Die Honigbiene ist aufgrund ihrer enormen Bestäubungsleistung nach Schwein, Rind und Huhn das wichtigste Wirtschaftstier Deutschlands. Durch die Bestäubung unserer Kulturpflanzen (z.B. Obst und Raps), aber auch von Wildpflanzen (z.B. Weißdorn und Schlehe) trägt sie sowohl zur Sicherung unserer Ernährung als auch zum Erhalt unserer Ökosysteme bei.
Die moderne Imkerei hilft dabei, durchdacht, einfach und mit wenigen Handgriffen ein Bienenvolk über das Jahr zu begleiten. Sowohl Holz als auch Styropor sind typische Werkstoffe in der Imkerei, die eine hohe Langlebigkeit aufweisen. Die Kosten für den Einstieg in die Bienenhaltung liegen pro Volk bei etwa 250 EUR und dazu kommen noch einmalig rund 200 Euro für Material wie Schutzkleidung etc. Viele Geräte sind beim Verein auszuleihen, z.B. Honigschleuder etc.
Der Aufwand für die Pflege von 4 Völkern liegt bei rund 2 Stunden in der Woche. Dabei fallen im Frühjahr und Sommer mehr Arbeiten an als im Herbst und Winter. Im Schnitt sind zwei Honigernten pro Jahr möglich. Man kann von rund 30 Kilo Honig pro Volk ausgehen.
Neben der Imkerei im eigenen Garten, bei der es einiges zum Thema „Nachbarn“ zu beachten gilt, imkern viele Bienenhalter auch auf Wiesen oder am Waldrand. Ein geeigneter Standort für einen Bienenstand zu finden, ist nicht immer ganz einfach aufgrund von Auflagen, Erreichbarkeit usw. Der Reiz liegt aber darin, dass jeder Standort einen anderen Honiggeschmack hat, je nach Pflanzenvielfalt. Honig ist also geschmeckte Landschaft! Neben der Führung der Bienenvölker ist eben diese Gewinnung und Verarbeitung von Honig eine besondere Herausforderung. Da wir ein Lebensmittel produzieren, ist der Standard hier relativ hoch. Und es bedarf schon etwas Übung, um einen streichfähigen, cremigen Honig in einem Glas mit eigenem Etikett vermarkten zu können.
Unsere Bienen stehen allerdings auch großen Herausforderungen gegenüber. Der Klimawandel mit seinen Extremwetter-Ereignissen (Starkregen, Dürreperioden etc.) stört die imkerlichen Arbeiten an den Bienenvölkern. Zudem werden vermehrt Schadorganismen nach Westeuropa eingeschleppt, die sich schnell in unseren Ökosystemen etablieren können, darunter die Asiatische Hornisse. Der Hauptfeind unserer Honigbiene ist jedoch die Varroamilbe, die die Bienenlarven schädigt und teilweise für hohe Überwinterungsverluste sorgt.
